Spielphilosophiefrage: Ist weniger mehr?

Zoshakan
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Spielphilosophiefrage: Ist weniger mehr?

Beitragvon Zoshakan » Mi 15. Aug 2018, 10:00

Der jugporandorische Philosoph Zoshkrates stell die Frage: Ist weniger mehr?

Das kommt in den allgemeinen Bereich, weil ich die Meinung der ganzen Baggage hören will.

Was ich den Meinungen zum EE entnehme ist sehr oft:
"Ich wäre gerne härter abgegangen, aber ich hatte zu wenig Power weil...."
..... ich mich beim Aufbau verausgabt habe
..... ich mich für den Plot verausgabt habe
..... mich die IT-Küche verausgabt hat
..... mich meine Klamotte zu schwer belastet

Darum frage ich mich: Ist nicht manchmal weniger mehr?
Ein bildhübsches Lager, sexy Orks mit Couscous in der Hand, denen genialer Plot droht, bringt herzlich wenig, wenn man nicht die Energie hat dem Plot (oder irgendwas anderem) nachzugehen.


Ich sag jetzt nicht: Gebt das alles auf, sondern: Findet den richtigen Kompromiss.

Aufbau zu übel? => ich hätte auch kein Problem mit der Feierhalle statt einer Hütte im Bruch.
Plot zu anstrengend? => Man kann SO einfach geile Plots machen. Und zwar Plots für den einfachen Uruk, nicht nur für die Lagerführung. Dazu schreibe ich an anderer Stelle mehr, weil das doch umfassend ist.
IT-KÜche: Versteht mich nicht falsch, super geil, super stimmig, super lecker. Aber wir können auch einfach Käse-Toasts ins Bruch-OT-Zelt legen, das erfüllt den selben Zweck: Kurze Energie für Zwischendurch
Schwere/ungemütliche Klamotte: Konstruiere deine Klamotten immer so, dass du sie auch in einem bequemen Modus tragen kannst. Ich selbst trag nicht immer meinen Schmuck, weil zwei Kilo Scheiße am Nacken belasten. Oder das Rückenbanner. Beides ist hübsch, aber optional. Genauso: Meine Klamotte funktioniert ohne Rüstung wie mit. Das soll jetzt kein Eigenlob auf meine Sachen sein (die sowieso andere gebaut haben) - nur ein Beispiel.


Haltet ihr es für sinnig auf Manches zu verzichten, um mehr Energie auf anderes nutzen zu können? Oder bin ich da alleine?

Brafhûm
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Re: Spielphilosophiefrage: Ist weniger mehr?

Beitragvon Brafhûm » Mi 15. Aug 2018, 16:22

Ich will dir da nicht ganz zustimmen. Dafür ist deine Antwort auf die von dir genannten Probleme zu einfach.

Der Punkt Küche ist für uns TBK quasi abgehakt. Die wird wegfallen. Sowas haben wir ja auch auf dem CTF nicht gemacht und unser Spiel war da besser bzw. zufriedenstellender für uns selbst.

Klamotten sind ja auch schon so aufgebaut das wir ohne Rüstung spielen können und nicht wie 2005 aussehen.
Ich glaube eins der großen Probleme war und wird auch immer bleiben das Leute auch als Mensch spielen. Nicht falsch verstehen: das ist jedem vergönnt. Hobby und so. Jeder sucht sich seinen Spaß da wo er ihn findet. Allerdings kann ich auch die Gegenseite verstehen die sagt das sowas demotiviert. Da werden wir auch keine Lösung finden.

Ich persönlich habe aber Bedenken das wir damit zu wenig ins Spiel bringen. Die Zeit der reinen Soldaten ist vorbei würde ich behaupten. Kulturspiel ist auf dem Weg

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Accab
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Re: Spielphilosophiefrage: Ist weniger mehr?

Beitragvon Accab » Mi 15. Aug 2018, 18:46

Gefühlt nach jedem EE gibts die gleiche Diskussion. Man Diskutiert seine IT Motivation, wie man sich den Spaß leichter machen kann und so weiter. Ebenfalls wird turnusmäßig die "Dasismeinjahresurlaub" Debatte angestoßen, man kommt zu einem Schluss und machts dann spätestens eine Con später dann doch anders.
Vielleicht sehen wir einfach mal den Fakten ins Auge: Das Spiel auf ner Großcon ist anstrengend. Punkt. Da ändert auch ne leichte Klamotte nicht viel dran. Ne Großcon bietet auch viele Anreize was anderes als Ork zu spielen und als Mensch rumzulaufen. Isso, machste nix. Ne Großcon produziert meistens kein durchgängig geiles Spiel. Gabs auch noch nie. Denken wir mal ans DF. War immer kacke, nur die special Moments waren (gefühlt) geiler.
Aber nach teilweise über 10 Jahren ist auch das "ohmeingottallesistgeilundneuundkrass" Gefühl irgendwann mal dahin, was einem vorher halt über die Durststrecken geholfen hat.
Meine These an dieser Stelle ist also folgende: Wir müssen die eigene Erwartungshaltung zurückschrauben und die geilen Momente mehr wertschätzen. Und diese Momente gab und gibt es. Der Kackekreisel, die Opferung, die Entführung der Elben und die Kiste mit der Leiche. Oder aufm CtF das Fest der Schneeschmelze. Oder die Dolchgeschichte... oder oder oder. Momente gibts ne Menge. Das auch mal wie bei der Sache mit der Leiche DF-eske Kacke bei rumkommt... passiert, ist Larp, sind Menschen, sind Spasten.

Klar, man kann sich Dinge erleichtern wie Küche und teilweise Klamotte (der grund warum ich immer gegen eure Wollmäntel hate ihr Spasten), aber ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Die Lösung ist mMn ein verändertes Mindset, aber keine Ahnung ob und wie man das hinbekommt.
:|Wir sind Jugporandor Babas - Asozial und breit gebaut
abgefuckt und scheiße drauf - Murtaghu û mazaûk|:

Zoshakan
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Re: Spielphilosophiefrage: Ist weniger mehr?

Beitragvon Zoshakan » Mi 15. Aug 2018, 19:23

Ich glaube meine Aussage war leicht missverständlich: Ich sage nicht "macht wo anders low, dann wird automatisch alles besser". Larp lebt von geilen Momenten, wie du sagst.
Die Aussage war eher "mach wo anders low, dass du genug Energie hast, die geilen Momente zu gestalten".


Nochmal wegen dem Menschending was einige tun: Ich finde es auch schade, aber auch verständlich (wir verkackten Hippies). Auf der anderen Seite: Wir sind 15 Leute. Wir brauchen aber keine 15 Leute um ne schöne Atmosphäre zu schaffen. Klar mit vier Hanseln unten sitzen ist auch öde, aber wenn die Hälfte den Arsch auch Samstagabend ins IT schleift, reicht das für schöne Momente. (Meine persönliche Meinung)


Wo ihr auf jeden Fall mega Recht habt: Wenn man ohne Erwartungen ran geht, wird man nur positiv überrascht. Ist sehr weise.


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